{"id":4062,"date":"2018-09-01T13:31:08","date_gmt":"2018-09-01T11:31:08","guid":{"rendered":"http:\/\/mhak.de\/?p=4062"},"modified":"2018-10-26T11:24:02","modified_gmt":"2018-10-26T09:24:02","slug":"exkursion-september-2018-bauernkrieg-in-thueringen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mhak.de\/?p=4062","title":{"rendered":"Exkursion September 2018: <\/br>Bauernkrieg in Th\u00fcringen"},"content":{"rendered":"<p><Center>Deutscher Bauernkrieg<br \/>\n<div class=\"arconix-box arconix-box-lgreen\"><div class=\"arconix-box-content\">\n<i class=\"fa fa-file-zip-o fa-3x\"><\/i><br \/>\n <a href=\"http:\/\/www.mhak.de\/wp-content\/uploads\/2018\/deutscher bauernkrieg.zip\">Vortragsunterlagen (13 MB)<\/a><br \/>\n<\/div><\/div><br \/>\n<\/Center><br \/>\nZu Beginn des 16. Jahrhunderts bestand die Bev\u00f6lkerung zu 80 Prozent aus Bauern, zu drei Prozent aus Adel, 17 Prozent waren St\u00e4dter und Geistliche. Die Bauern finanzierten mit ihren Abgaben den Adel und die Geistlichkeit, wurden verachtet und waren so gut wie rechtlos. Diese Besitz- und Machtverh\u00e4ltnisse waren einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die tiefgreifende Ver\u00e4nderung der sp\u00e4tmittelalterlicher Gesellschaft, die zu dieser Zeit einsetzte.<\/p>\n<p>Das Kaisertum befand sich im Niedergang und sch\u00fctzte nicht mehr die Bauern. Reichsf\u00fcrsten entwickelten in ihren kleineren Reichen eine eigene Lehnsherrschaft und Gerichtsbarkeit. Au\u00dferdem kam es zu einer immer gr\u00f6\u00dferen Kluft zwischen der kirchlichen Lehre von Gottergebenheit und Armut sowie dem Leben im \u00dcberfluss hinter den Klostermauern. Mit der Glaubw\u00fcrdigkeit der Kirche war es nicht weit her.<\/p>\n<p>Als \u201eDeutscher Bauernkrieg\u201c bezeichnet die Geschichtswissenschaft die Unruhen und Aufst\u00e4nde der Jahre 1524-1526, die ihren Ursprung in der Schweiz, in \u00d6sterreich und S\u00fcddeutschland hatten und sich nach Norden bis Hessen und Th\u00fcringen ausweiteten. Die K\u00e4mpfe spielten sich \u00fcberwiegend innerhalb der eigenen Territorialgrenzen ab. Die Forderungen der Bauern wurden erstmals im Februar\/M\u00e4rz 1525 von den drei oberschw\u00e4bischen Bauernhaufen niedergeschrieben und gingen unter der Bezeichnung \u201eZw\u00f6lf Artikel\u201c in die Geschichte des Deutschen Bauernkrieges ein. Sie wurden von allen Aufstandsbewegungen \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1525 wurde der S\u00fcdwesten durch Aufst\u00e4nde ersch\u00fcttert, bei denen in Oberschwaben, Franken und W\u00fcrttemberg die Bauern schwere Verluste hinnehmen mussten. Die entscheidende Schlacht in Th\u00fcringen stand aber noch aus. Auch hier hatten sich die Bauern erhoben. Ihr wichtigster Anf\u00fchrer war Thomas M\u00fcntzer, ein in Stolberg (Harz) geborener Theologe und Priester. Anfangs war er ein Anh\u00e4nger von Martin Luther, sp\u00e4ter sein erbitterter Gegner. Luther schlug sich auf die Seite der Adligen, w\u00e4hrend M\u00fcntzer nicht nur die Ordnung der Kirche und das Papsttum, sondern auch die weltliche Ordnung ver\u00e4ndern wollte.<\/p>\n<p>Am 15. Mai 1525 f\u00fchrte Thomas M\u00fcntzer ein zahlenm\u00e4\u00dfig \u00fcberlegenes, aber schlecht ausgebildetes und ausger\u00fcstetes Bauernheer bei Bad Frankenhausen in die bedeutendste Schlacht des Deutschen Bauernkrieges. Er unterlag den F\u00fcrstenheeren des Landgrafs Philipp von Hessen und des Herzogs Heinrich von Braunschweig, wurde gefangen genommen und in M\u00fchlhausen hingerichtet.<\/p>\n<p>Als Gedenkst\u00e4tte des \u201eDeutschen Bauernkrieges\u201c schuf der Leipziger Maler, Grafiker und Akademieprofessor Werner T\u00fcbke von 1976 bis 1987 das Bauernkriegspanorama. Es handelt sich um ein monumentales Panoramabild \u00fcber den Bauernkrieg mit dem Titel \u201eFr\u00fchb\u00fcrgerliche Revolution in Deutschland\u201c in einem eigens daf\u00fcr errichteten Geb\u00e4udekomplex auf dem Schlachtberg bei Bad Frankenhausen. Mit einer Fl\u00e4che von 1722 qm z\u00e4hlt es zu den gr\u00f6\u00dften Tafelbildern der Welt.<\/p>\n<p><Center>Kyffh\u00e4user<br \/>\n<div class=\"arconix-box arconix-box-lgreen\"><div class=\"arconix-box-content\">\n<i class=\"fa fa-file-zip-o fa-3x\"><\/i><br \/>\n <a href=\"http:\/\/www.mhak.de\/wp-content\/uploads\/2018\/kyffh\u00e4user.zip\">Vortragsunterlagen (5 MB)<\/a><br \/>\n<\/div><\/div><br \/>\n<\/Center><br \/>\nIm Herzen Deutschlands, im Norden Th\u00fcringens, liegt ein kleines Gebirge, das in jeder Beziehung au\u00dferordentlich ist: das Kyffh\u00e4usergebirge, im Volksmund schlicht \u201eder Kyffh\u00e4user\u201c genannt. Der Kyffh\u00e4user ist in ganz Deutschland bekannt durch die Legende vom eines fernen Tages wiederkehrenden Kaiser, die Barbarossa- oder Kyffh\u00e4usersage.<\/p>\n<p>Der Burgberg an der Nordostflanke, die zweith\u00f6chste Erhebung des Gebirges, weist an drei Seiten steil abfallende H\u00e4nge und einen leicht zu verteidigenden, sehr schmalen Verbindungskamm auf. Die Germanen nutzten den Burgberg als Kultst\u00e4tte und Fluchtburg. In Sichtweite, nur 2 km vom Burgberg entfernt, liegt die erstmals im Jahre 974 urkundlich erw\u00e4hnte Pfalz Tilleda. Sie diente dem K\u00f6nigshof als zeitweilige Residenz. <\/p>\n<p>Weil zu Beginn des 11. Jahrhunderts die Pfalzen als Wehrbau und K\u00f6nigsresidenz keinen ausreichenden milit\u00e4rischen Schutz mehr boten, wurde auf dem nahen Bergsporn oberhalb der Pfalz Tilleda die Burg Kyffhausen errichtet, vermutlich zur Zeit Heinrichs IV. (1056-1106). Unter Kaiser Friedrich I. (\u201eBarbarossa\u201c) (1152-1190) wurden die Bauarbeiten endg\u00fcltig abgeschlossen. Nach der Bl\u00fctezeit des staufischen Imperiums verlor die Burg Kyffhausen an Bedeutung, wechselte oft den Besitzer und verfiel.<\/p>\n<p>Die erfolgreiche, f\u00fcr den deutschen Raum friedliche Politik der knapp hundert Jahre zwischen dem Amtsantritt Friedrichs I. und dem Tode Friedrichs II. im Jahr 1250 hinterlie\u00dfen im Volk einen nachhaltigen Eindruck. In der darauf folgenden kaiserlosen Zeit stritten sich die Territorialf\u00fcrsten um das Erbe. Es herrschten Krieg und Elend, die Zersplitterung des Reichs war die Folge. All diese Missst\u00e4nde erinnerten das Volk an die alte, fast vergessene M\u00e4r von einem im Berg hausenden Herrscher, unter dem es sich besser leben lie\u00df. Frisch im Ged\u00e4chtnis war der letzte Kaiser Friedrich II. <\/p>\n<p>Die Kaisersage war zun\u00e4chst auf ihn gem\u00fcnzt, jedoch ging die Personifizierung bereits im Mittelalter auf Barbarossa \u00fcber. Der Ortsbezug zum Kyffh\u00e4user wurde erstmals 1421 in der Th\u00fcringischen Chronik erw\u00e4hnt. Warum ausgerechnet der Kyffh\u00e4user zum Schauplatz einer der bekanntesten deutschen Sagen wurde, ist nicht eindeutig zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Am 18. Januar 1871 erfolgte im Spiegelsaal des Versailler Schlosses die Proklamation Wilhelms I., K\u00f6nig von Preu\u00dfen, zum Deutschen Kaiser. Die ersehnte deutsche Einheit wurde verwirklicht und Wilhelm I. als Vollstrecker dieser Einheit enthusiastisch gefeiert. Der Traum vom im Berg hausenden Herrscher wurde durch den Kaiser aus dem Hause Hohenzollern verwirklicht. Wilhelm I. erf\u00fcllte das Verm\u00e4chtnis von Barbarossa.<\/p>\n<p>Der Deutsche Kriegerbund stellte den Antrag, \u201e\u2026 Sr. Majest\u00e4t Kaiser Wilhelm I. auf dem Kyffh\u00e4user ein Denkmal zu errichten, dessen Kosten aus freiwilligen Beitr\u00e4gen ehemaliger deutscher Soldaten gebracht werden \u2026\u201c Der Antrag wurde angenommen. Im September 1889 wurde ein Preisausschreiben, heute w\u00fcrde man Ausschreibung sagen, ver\u00f6ffentlicht, die allen deutschen K\u00fcnstlern erm\u00f6glichte, einen Entwurf f\u00fcr das Denkmal zu fertigen. Zum Einsendetermin lagen 24 Entw\u00fcrfe vor, den ersten Platz sprach die Jury dem Berliner Architekten Bruno Schmitz zu. <\/p>\n<p>Im Oktober 1890 begannen die Bauarbeiten. Die Einweihungsfeier fand am 18.06.1896 statt, an der Kaiser Wilhelm II., der Enkel Wilhelms I., die Bundesf\u00fcrsten und fast 20.000 Soldaten und G\u00e4ste teilnahmen. Die monumentale Anlage des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Kyffh\u00e4user war das erste gemeinsame Werk der ehemaligen deutschen Soldaten.<\/p>\n<p><Center>Point Alpha<\/Center><br \/>\nEntlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze wurden nach der Wiedervereinigung von regionalen und kommunalen Initiativen zahlreiche Grenzmuseen und Dokumentationsstellen eingerichtet, die als unvergleichbare Zeitzeugnisse und einzigartige Lernorte der Geschichte konzipiert sind. Ihre inhaltliche Ausrichtung folgt unterschiedlichen Schwerpunkten, weil sie die jeweilige ortsspezifische Lage beiderseits der Grenze thematisieren, sie folgen aber alle dem Ziel, die Erinnerung an den &#8222;Eisernen Vorhang&#8220; wachzuhalten.<\/p>\n<p>In Hessen gibt es drei Grenzmuseen und zwei Info-\/Dokumentationsstellen. Die Gedenkst\u00e4tte Point Alpha bei Rasdorf ist die einzige, die neben dem Grenzregime der DDR, dem Leben der Bev\u00f6lkerung an und mit der Grenze sowie den gewaltlosen Kampf um Freiheit und B\u00fcrgerrechte den Besuchern einen Eindruck vermittelt, wie die Konfrontation zwischen NATO und Warschauer Pakt auf taktischer Ebene zu Beginn eines Krieges verlaufen w\u00e4re. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Kalten Krieges erwartete das westliche B\u00fcndnis einen Hauptsto\u00df des Gegners durch die Fulda Gap, weil hier der f\u00fcr einen Vorsto\u00df in das Rhein-Main-Gebiet k\u00fcrzeste und aufgrund der Topographie g\u00fcnstigste Weg verlief. Das Gebiet spielte eine Schl\u00fcsselrolle in den milit\u00e4rischen Planungen von NATO und Warschauer Pakt.<\/p>\n<p>Nach Abzug der US Army sollten Point Alpha wie die Grenzanlagen der DDR abgerissen werden. Pers\u00f6nliche Initiativen der B\u00fcrger aus der Region verhinderten dieses Vorhaben. Das Engagement bewirkte, dass dar\u00fcber hinaus Hessen und Th\u00fcringen den Kolonnenweg zum \u201eWeg der Hoffnung\u201c umgestalteten, auf dem das \u201eHaus auf der Grenze\u201c, durch dessen Mitte selbige verl\u00e4uft, errichtet wurde. <\/p>\n<p>In dem Geb\u00e4ude sind zwei Dauerausstellungen untergebracht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutscher Bauernkrieg Zu Beginn des 16. Jahrhunderts bestand die Bev\u00f6lkerung zu 80 Prozent aus Bauern, zu drei Prozent aus Adel, 17 Prozent waren St\u00e4dter und Geistliche. Die Bauern finanzierten mit ihren Abgaben den Adel und die Geistlichkeit, wurden verachtet und waren so gut wie rechtlos. 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