{"id":3385,"date":"2017-04-20T13:11:33","date_gmt":"2017-04-20T11:11:33","guid":{"rendered":"http:\/\/mhak.de\/?p=3385"},"modified":"2020-10-11T14:36:17","modified_gmt":"2020-10-11T12:36:17","slug":"buchbesprechung-wolfgang-guelich-die-saechsische-armee-im-norddeutschen-bund-und-im-kaiserreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mhak.de\/?p=3385","title":{"rendered":"Buchbesprechung: <\/br>Wolfgang G\u00fclich: <\/br>Die S\u00e4chsische Armee im Norddeutschen Bund und im Kaiserreich"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem 2017 erschienenen dritten Band hat Wolfgang G\u00fclich, Brigadegeneral a.D., seine Darstellung der Geschichte der S\u00e4chsischen Armee im 19. Jahrhundert  abgeschlossen. <\/p>\n<p>Nach den bereits erschienenen B\u00e4nden \u00fcber die Napoleonische Zeit (2. Auflage 2008) und die des Deutschen Bundes (1. Auflage 2011) hat der Verfasser jetzt den Zeitabschnitt von 1867 bis 1914 in den Blick genommen \u2013 das lange 19. Jahrhundert endete auch in Sachsen nicht bereits im Jahre 1899.<\/p>\n<p><!--more Lesen Sie hier den weiteren Artikelinhalt--><\/p>\n<p>\u00dcber diese Epoche liegen bereits zahlreiche milit\u00e4rgeschichtliche Ver\u00f6ffentlichungen vor, jedoch zumeist \u00fcber die Preu\u00dfische Armee. Nach 1871 bestimmte Preu\u00dfens Gloria weitgehend die Milit\u00e4rgeschichtsschreibung in Deutschland. Die Beschreibung der Leistungen der Armeen der \u00fcbrigen deutschen Staaten trat dahinter zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Wie schon mit den beiden zuvor erschienenen B\u00e4nden schlie\u00dft G\u00fclich mit dem dritten Band seiner Geschichte der S\u00e4chsischen Armee noch einmal eine L\u00fccke in der Historiographie zur deutschen Milit\u00e4rgeschichte.  <\/p>\n<p>In die jetzt von G\u00fclich beschriebene Epoche von 1867 bis 1914 fielen die wichtigsten \u00c4nderungen von Umfang, Gliederung und Ausr\u00fcstung der Armee des zuvor souver\u00e4nen K\u00f6nigreiches, insbesondere die Aufstellung eines weiteren (S\u00e4chsischen) Armeekorps.<\/p>\n<p>Nach dem an der Seite \u00d6sterreichs 1866 verlorenen Krieg, der Milit\u00e4rkonvention mit Preu\u00dfen im folgenden Jahr, der Verfassung des Norddeutschen Bundes und ab 1871 der des Kaiserreiches musste die bisher selbst\u00e4ndige Armee des K\u00f6nigreiches Sachsen sich der des Siegers und k\u00fcnftigen deutschen F\u00fchrungsmacht anpassen. <\/p>\n<p>Artikel 61 der Reichsverfassung bestimmte \u2013 wie schon zuvor die des Norddeutschen Bundes, dass \u201eim ganzen Reiche die gesamte Preu\u00dfische Milit\u00e4rgesetzgebung unges\u00e4umt einzuf\u00fchren\u201c [ist]. G\u00fclich beschreibt diese grundlegenden \u00c4nderungen detailgenau. Dabei geht er weit \u00fcber die Angaben zu Gliederung, Umfangszahlen, zur Einf\u00fchrung neuer Waffen oder zum Offizierkorps hinaus. <\/p>\n<p>Einen breiten Raum nimmt in diesem dritten Band die Darstellung von Mobilmachung, Aufmarsch und Operationen des XII. (S\u00e4chsischen) Armeekorps im Krieg 1870\/71 im Kontext der politischen Lage ein. In der kurzen Zeit zwischen der Milit\u00e4rkonvention von 1867 und dem Kriegbeginn 1870 waren alle preu\u00dfischen Vorgaben zu erf\u00fcllen. <\/p>\n<p>Trotz erheblicher Umstellungen in diesem kurzen Zeitabschnitt  bew\u00e4hrten sich die s\u00e4chsischen Truppen, zum Beispiel bei Gravelotte &#8211; St. Privat und bei Sedan. Einen Vergleich mit Preu\u00dfen oder Bayern mussten sie nicht scheuen. Erstmalig konnte Sachsen und seine Armee aus dem Schatten der \u00fcberm\u00e4chtigen F\u00fchrungsmacht Preu\u00dfen heraustreten.<\/p>\n<p>Mehrere Abbildungen mit Darstellung der Kriegsereignisse und \u00fcbersichtliche Kartenausschnitte erl\u00e4utern die Operationen der S\u00e4chsischen Armee in diesem Feldzug. Der Verfasser nutzt dabei die in der Bundeswehr \u00fcblichen taktischen Zeichen f\u00fcr Brigaden, Divisionen und Armeekorps, was dem Leser das Verst\u00e4ndnis der Kampfhandlungen erleichtert. <\/p>\n<p>Der Wert dieses dritten Bandes besteht wie schon bei den zuvor Erschienenen in der detailgenauen, gr\u00fcndlich recherchierten Auswertung umfangreicher Quellen und Literatur. Truppenteile, deren Entstehungsgeschichte, Namen der Offiziere, Stationierung sowie die regelm\u00e4\u00dfigen Umgliederungen werden umfassend dargestellt. Wer sich davon \u00fcberfordert f\u00fchlt, kann das Buch auch in Ausz\u00fcgen lesen, ohne dass der Gesamteindruck dabei verlorengeht. <\/p>\n<p>Das Buch ist mehr als die Aufz\u00e4hlung von Fakten und Zahlen. Man sp\u00fcrt das Engagement des s\u00e4chsischen Neub\u00fcrgers f\u00fcr seine neue Heimat. Brigadegeneral Wolfgang G\u00fclich hat nach der Wende die Bundeswehr in Sachsen mit aufgebaut und anschlie\u00dfend dort Wurzeln geschlagen.<\/p>\n<p>Im Vorwort schreibt der Verfasser, dass er mit diesem dritten Band seine Darstellung der S\u00e4chsischen Armee abschlie\u00dfen will. Diesem Entschluss ist zuzustimmen, weil es bereits vor dem  Ersten Weltkrieg, abgesehen von dem Eid auf den K\u00f6nig von Sachsen und einigen Details an den Uniformen, keine Besonderheiten dieses Kontingents mehr gab. <\/p>\n<p>Wie sehr sie ein integraler Teil des Reichsheeres war, zeigen die Unterstellungsverh\u00e4ltnisse s\u00e4chsischer Truppenteile in Elsa\u00df-Lothringen. Zu den beiden (preu\u00dfischen) Armeekorps in Stra\u00dfburg und Metz geh\u00f6rten auch s\u00e4chsische und bayerische Regimenter. Die Geschichte einer eigenst\u00e4ndigen S\u00e4chsischen Armee war schon vor 1914 beendet.<\/p>\n<p><strong>Dr. Michael Vollert, Oberst a. D.<\/strong><\/p>\n<p><i>Wolfgang G\u00fclich:<br \/>\nDie S\u00e4chsische Armee im Norddeutschen Bund und im Kaiserreich 1867 \u2013 1914.<br \/>\nMarkkleeberg , Sax-Verlag, 399 Seiten. 1. Auflage 2017, EURO 30,00.<br \/>\nISBN 978-3-86729-175-0<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem 2017 erschienenen dritten Band hat Wolfgang G\u00fclich, Brigadegeneral a.D., seine Darstellung der Geschichte der S\u00e4chsischen Armee im 19. Jahrhundert abgeschlossen. Nach den bereits erschienenen B\u00e4nden \u00fcber die Napoleonische Zeit (2. Auflage 2008) und die des Deutschen Bundes (1. 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